Vereinschronik (Überblick)

Sängervereinigung 1842
Nieder-Olm e.V.

 

 

V e r e i n s j a h r e

1842 - 1909
1910 - 1919
1920 - 1929
1930 - 1939
1940 - 1949
1950 - 1959
1960 - 1969
1970 - 1979
1980 - 1989
1990 - 2000

2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010

2011
2012
2013
2014

Folgejahre sind auf der Seite
Presseberichte und Aktuelles
zu finden!


Die Inhalte sind über Jahrzehnte hinweg von Mitgliedern der Sängervereinigung
erstellt, bearbeitet und teilweise auch in der Presse veröffentlicht worden.
Sie sind  
Eigentum der Sängervereinigung 1842 Nieder-Olm e.V.
 

 

Wenn Sie die folgenden Texte lesen, kommen sie Ihnen manchmal sicher etwas altmodisch und "geschraubt" vor.
Aber sie sind in der Sprache abgefasst, die früher üblich war.
Wir glauben dies hat seinen besonderen Reiz und haben die Texte deshalb in ihrer ursprünglichen Form belassen.

 

Gleich dem Wanderer, der zur Bergspitze hinaufstrebend, einen kurzen Halt macht und den Blick über den mühsamen Weg zurückgleiten lässt, der ihn bisher geführt; gleich dem Menschen, der auf des Lebens Mittagshöhe vor seinem geistigen Auge Freud und Leid erscheinen lässt, die ihn auf seiner Erdenwanderschaft begleiten, so wollen auch wir mit Hilfe unserer angelegten Chronik den Blick zurückgleiten lassen und immer wieder die Arbeit und Mühe verfolgen, die nötig war, um den Verein im Laufe der 150-jährigen Geschichte auf neue Höhen emporzuheben. Keinem Verein, in dem wirkliches Leben herrscht, bleiben die dornigen Wege erspart; Enttäuschung birgt jede Vereinsgeschichte in ihren Daten. Aber alle Arbeit, oft vergebens begonnen, wird wettgemacht durch die treue Anhänglichkeit an die Liebe zum Lied und dem Gesang.
Schwere Stürme musste manchmal das Vereinsschiff überstehen und eine starke Hand am Ruder war erforderlich, um ein Scheitern an den zahlreichen Klippen zu vermeiden. Aber neu gestärkt und gekräftigt ging der Verein aus all diesen Sturmfahrten hervor, da der Grund seines Wirkens, der Gesang, alle wieder vereinte. Gerade in Rheinhessen hat der Gesang von jeher eine besondere Pflege genossen. Es liegt doch im Wesen des Rheinhessen, im heiteren, fröhlichen Lied Erquickung zu finden.

Die Entstehung des Chorgesanges:
Dem ritterlichen Minnesang des Mittelalters folgte Anfang des 13. Jahrhunderts der Meistersang. 1207 versammelte Landgraf Philipp von Thüringen die bedeutendsten Dichter und Sänger seiner Zeit, so u.a. Heinrich von Hausen, Walther von der Vogelweide, den eigentlichen Vater unserer heutigen Gesangvereine und Wolfram v. Eschenbach zu einem edlen Wettstreit an seinem Hof. Es war der historisch belegte Gesangs-Wettstreit, Wolfram v. Eschenbach ging als Sieger daraus hervor. Die dichterisch-musikalische Verarbeitung dieses Meistersanges finden wir in Richard Wagners "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg".
Der deutsche Meistersang hat seine Verbreitung vornehmlich von Mainz/Rhein aus genommen. Man denke nur an Heinrich von Meißen und seine Dichtung "Zum Lob der Frauen (Frauenlob)". Durch ihn kam die neue Art der Dichtung und des Gesangs nach Süddeutschland, nach München, Augsburg, Nürnberg, Ulm und Straßburg, um nur einige Stationen zu nennen. Überall gründeten sich Meistersangschulen, deren letzte erst 1839 in Ulm aufgelöst wurde. Stätten für Meistersänge waren vor allem Kirchen und Festwiesen. Auf erhöhten Plätzen saßen die Zunftmeister und hinter Vorhängen die Merker, die Ahnen unserer heutigen Jury bei gesanglichen Wettstreiten.
Zu den Großen der Meistersinger gehören Michael Behaim aus Sulzbach/Württ. und der Nürnberger Hans Sachs, dessen Gestalt in der Wagner-Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" verewigt ist.
Später dann, als der Minnesang längst verstummt und auch die Hoch-Zeit des Meistersangs vorüber war, entstanden die ersten Volkslieder. Nicht zu vergessen sind die in den Kirchen nach der Reformation entstandenen geistlichen Lieder und Choräle. Die Menschen hatten das Bedürfnis, das, was ihre Herzen bewegte, ob Lust oder Traurigkeit, Begeisterung für einen Helden oder einen religiösen Gedanken, in Worten, Liedern oder zumindest in Melodien zum Ausdruck zu bringen.
Irgendwer sang, was ihn erfüllte, ein anderer fand Gefallen daran und sang mit, und so machte das Lied die Runde, bis es schließlich Allgemeingut war.
Die ersten vierstimmig gesungenen Volkslieder kamen um die Wende des 18. Jahrhunderts auf.
Sammlungen solcher Lieder verdanken wir vor allem Heinrich v. Brentano, Achim v. Arnim, Ludwig Uhland und Rochus v. Liliencroin, der 1806 das erste Volksliederalbum für Männerchöre herausbrachte.
3 Jahre später, 1809, gründete Karl Friedrich Zelter den ersten deutschen Männerchor, die "Berliner Liedertafel".